Dienstag, 18. März
Wieder regnet es die ganze Nacht. In einer Regenpause machen wir das Womo startklar und bewegen uns Richtung Norden, der Nationalpark Cabo de Gato ist das Ziel. 250 Kilometer wollen bewältigt werden.
Anfangs sehen wir noch die Auswirkungen des nächtlichen Regens, Straßen, Bürgersteige und Strände sind mehr oder weniger überschwemmt. Aus kleinen Rinnsalen sind Bäche, Flüsse geworden. Je weiter wir nach Norden kommen, desto besser wird das Wetter.
Ab Motril Richtung Almeria setzt das ein, was man als das „Mare Plastico“ bezeichnet. Kilometerlange Plantagen mit weißen Dächern – na ja, wir wollen ja schließlich zu Weihnachten Tomaten und anderes Gemüse / Obst haben.

Etwa auf der Höhe von Almeria verbessert sich das Wetter, nicht nur, dass der Regen aufgehört hat, sogar die Sonne zeigt sich!
Dieter mutiert während der ruhigen Fahrt auf der Autobahn zu einem Hobby-Meteorologen! Er entwickelt die Theorie, dass die Sierra Nevada mit ihren 3000 Meter hohen Bergen alle von Westen kommenden Regenwolken abhält, sie geradezu zwingt, über den Bergen als Regen oder Schnee nieder zu gehen. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass östlich der Sierra Nevada stets schönes Wetter herrscht. (Das würde zumindest den heutigen Sonnenschein erklären) Dass sich später einige Wolken nicht an die Theorie des Küchen-Meteorologen halten, muss nicht unbedingt erwähnt werden.
In Carboneras,am Nordrand des Naturparks machen wir Station, „El Rancho“ nennt sich der Stellplatz, etwa ein Kilometer im Hinterland von Carboneras. Nett gemacht, schöne Parzellen, schöner Blick auf die umliegenden Berge. Hier kann man seine Ruhe finden, zumal wir direkt hinter / an dem kleinen Hühnerhof parken.
Was die Ruhe angeht – gegen sechs Uhr morgens beginnt der Hahn sein Tagewerk! Was macht diesen Stellplatz noch interessant? Die Betreiber stellen ihr eigenes Olivenöl her, mit einer traditionellen Ölmühle. Ein Liter des kostbaren Öls wandert natürlich in unseren Vorratsschrank.
Mittwoch, 19. März
Man kann es kaum glauben – schon seit 24 Stunden kein Regen, ab und an sogar Sonnenschein!
Der Motorroller ermöglicht uns die Erkundung des Orts und des Umlandes.
Fotostopp an der „Playa de los Muertos“, „Strand der Toten“!
Etwa vier Kilometer hinter Carboneras stößt man an der Straße einen Parkplatz mit Hinweisschild: 300 Metern meerwärts gibt es einen Mirador, einen Aussichtspunkt. „...Seinen düsteren Namen trägt der Strand der toten nach den unglücklichen Opfern der zahlreichen Schiffsunglücke früherer Tage, die aufgrund der Strömungsverhältnisse auch von weiter entfernten Regionen hier angeschwemmt wurden. ...“ (M. Müller Verlag)
Weiter führt die Motorroller-Tour zu einem kleinen abgeschiedenen Fischerdorf auf der Rückseite des Berges Mesa Roldan. Noch in den achtziger Jahren, so schreibt der Reiseführer, war Agua Amarga nur über ein Staubsträßchen zu erreichen. Mittlerweile hat sich das Dorf weiter entwickelt, mittlerweile findet man hier eine ausgeprägte Infrastruktur, viele Apartmentanlagen, Sogar einen offiziellen Wohnmobilstellplatz!
Zum Abschluss der Rundfahrt ... Entspannung an der Promenade!