Dienstag, 11. März
Cadiz steht heute auf dem Programm. Die Provinzhauptstadt hat ca. 120.000 Einwohner, hat viele Industrieanlagen, hat viele Neubausiedlungen und hat einen bedeutenden Containerhafen.
Vor allem aber hat Cadiz eine Altstadt, die auf drei Seiten vom Atlantik umgeben ist. Diese Landzunge, seit 3000 Jahren besiedelt und damit zu den ältesten Städten Westeuropas zählend, wollen wir uns anschauen.
Wir nähern uns Cadiz von Norden, überqueren dabei die Puente de la Constitucion de 1812.
Mit einer Gesamtlänge von 3157 Metern ist sie mittlerweile ein Wahrzeichen der Stadt geworden.

Es sind nur wenige Kilometer bis zum Hafen, der uns einen Großraumparkplatz anbietet. Übernachten möchte man hier aber nicht, im Minutentakt donnern Container-beladene LKW´s hinter uns.
Nur wenige Meter von unserem Hafenparkplatz entfernt, erreichen wir die Plaza de Espana mit dem imposanten Denkmal.
Vorbei am Parque Genoves, vorbei am Centro Cultural Reina Sofia stoßen wir auf das Castillo de Santa Catalina. Diese mächtige fünfeckige Festung, einst zur Abwehr der Engländer errichtet, beherbergt heute wechselnde Kulturausstellungen.

Mit Kulturaustellungen haben wir heute nicht viel am Hut, also weiter zum Castillo San Sebastian. Das ist schon eher etwas für uns. Ca. einhundert Meter weit ins Meer geschoben, bot dieses Kastell die Kulisse für einige Szenen des James Bond Films „Stirb an einem anderen Tag“.
Vorbei am Stadtstrand Playa de Caleta erreichen wir wenig später die Plaza de la Catedral. Die Sonne scheint, die Bars ringsherum haben geöffnet – warum also nicht eine kleine Erfrischung?
Wie wär´s mit einer Besichtigung der Kathedrale? Dieter weigert sich mal wieder Eintritt für die Besichtigung einer katholischen Kirche zu bezahlen. 10 € wären pro Person fällig, für die Besteigung des Glockenturmes hätte man den Geldbeutel ein weiteres Mal weit öffnen müssen.
Zur Umrundung der Altstadt fehlt nur noch die Plaza Topete, manchmal auch Plaza de las Flores genannt. Ganz in der Nähe finden wie die städtische Markthalle, einem der ältesten überdachten Märkte Europas. Uns dient die Markthalle momentan als Schutz vor dem nächsten Regenschauer, bevor die Erkundungstour an der Plaza de San Juande Dios mit dem Rathaus endet.
Ein Übernachtungsplatz muss noch her. Da hilft das Internet bzw. Park4Night. Barbate heißt der Fischerort, nicht gerade eine Schönheit, aber mit einem neuen Yachthafen und dazu gehörigem Wohnmobilstellplatz.

Mittwoch, 12. März
Wir befinden uns an geschichtsträchtigen Orten! Sieben Kilometer nördlich von Barbate gibt es die kleine aber feine Siedlung Los Canos de Meca, einst ein Hippie-Mekka, heute ein Surf-Mekka. Historiker wissen jedoch sofort: hier steht der Leuchtturm Cabo de Trafalgar.
Am 21. Oktober 1808 brachte die englische Flotte unter Lord Nelson den spanisch-französischen Kontrahenten eine verheerende Niederlage bei. Zwanzig Kriegsschiffe wurden versenkt, dabei kein einziges Englisches! Übrigens ließ Lord Nelson bei dieser Schlacht sein Leben.

Der nächste geschichtsträchtige Ort – Bolonia.
Bolonia rühmt sich nicht nur wegen seines traumhaften Sandstrandes mit der naturgeschützten Düne, hier findet man die römische Ausgrabungsstätte Baelo Claudia. Diese römische Siedlung, im 2. Jahrhundert. v. Chr. gegründet, mag vielleicht vier Fußballfelder groß sein, war jedoch zu ihrer Zeit ein Zentrum der Fischverarbeitung und brachte es mit der Thunfischverarbeitung zu einigem Wohlstand. Das Zauberwort heißt„garum“! Eine Paste zur Haltbarmachung des Fisches war in Rom ein heiß begehrtes Produkt.
Von Bolonia sind es nur wenige Kilometer bis Tarifa, unserem heutigen Übernachtungsort.
Tarifa – die südlichste Stadt des europäischen Festlandes, an der Straße von Gibraltar nur vierzehn Kilometer von Afrika entfernt

Donnerstag, 13. März
Wie schon mehrfach geschrieben, hat es in den vergangenen Nächten heftig geregnet und gestürmt. Diese Nacht jedoch toppt alles – es kommen noch Blitz und Donner hinzu! Das Tiefdruckgebiet scheint sich hier einzukreisen und die Serie von Blitzen über unseren Köpfen kann schon beängstigend sein.
Beim Frühstückskaffee wird eine Mannschaftsbesprechung anberaumt. Wie wollen wir weiter fahren, wie weiter planen? Sollen wir zügig gen Norden Richtung Valencia fahren in der Hoffnung auf Wetterbesserung? Die Wetter-App spricht gegen diesen Gedanken. Also: das schlechte Wetter „aussitzen“, einen weiteren Tag in Tarifa dranhängen und versuchen, in Regenpausen die Stadt zu besichtigen.
Gegen 12.00 Uhr ist Wetterbesserung in Sicht. Schnell werden die Fahrräder startklar gemacht und schon strampeln wir gegen den Wind Richtung Hafen bzw. Altstadt.
Kurz vor der Hafeneinfahrt gibt es den Aussichtspunkt „Miramar“. Von hier aus soll man bei guter Sicht über die Straße von Gibraltar hinweg bis nach Marokko blicken können. Wir blicken nur in ein graues Wolkenfeld und ein aufgepeitschtes Meer. Welches Meer? Links von uns beginnen die Sandstrände des Mittelmeeres, rechts von uns beginnen die kilometerlangen Atlantikstrände.

Die Altstadt beginnt an der überschaubaren Plaza Santa Maria mit dem Denkmal des ehemaligen Stadtkommandanten Guzman.

Am oberen Ende biegen wir rechts ab und stehen vor der kleinen aber feinen überdachten Markthalle.
Den vorläufigen Abschluss der Altstadtbesichtigung bildet das Castillo de Guzman, die Burg des o.g. Kommandanten. Das Kastell ist zu besichtigen, diverse Hinweistafeln verdeutlichen den Aufbau der Burg, beschreiben das Leben in diesen Gemäuern.

Hunger und Durst drängen uns zurück zur Plaza Santa Maria, locken uns Wein und Tapas in die einzig geöffnete Bar.